Rückblick Bundestagung 2026 der Pommerschen Landsmannschaft in Lübeck-Travemünde
Der Bundesvorstand der PLM lud zur Bundestagung am 18. April 2026 nach Lübeck-Travemünde ein und über 40 Mitglieder und Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, an der Pommerschen Delegiertenversammlung sowie einem kulturellen Teil mit interessanten Vorträgen beizuwohnen.
Doch der Reihe nach:
Der Bundesvorstand tagte schon am 17. April und nahm an der Sitzung des Stiftungsrates der Versöhnungskirche im Pommernzentrum teil. Am Abend des 17. April ergaben sich erste Kontakte unter den angereisten Teilnehmern, bevor am nächsten Morgen um 10.00 Uhr die turnusmäßige Pommersche Delegiertenversammlung beginnen sollte. Vorsitzender Adalbert Raasch begrüßte die Teilnehmer und überbrachte Grüße der Vorsitzenden Margrit Schlegel, die aus persönlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aus allen Bereichen der Bundesrepublik angereist. Besonders konnte der Vorsitzende den polnischen Journalisten Herrn Lazarewicz begrüßen, der an einem Buch über den ehemaligen Kreis Rügenwalde schreibt und an deutschen Zeitzeugen interessiert ist.
Herr Raasch ging anschließend auf die aktuelle politische Lage, die Aktivitäten des Bundesvorstandes der PLM und die Fragen der Zukunftsperspektiven ein. Er dankte ausdrücklich allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement und forderte auch die jüngere Generation auf, sich zur Verfügung zu stellen, denn nur so könne das geschichtliche Erbe der Pommern bewahrt und weitergegeben werden. Der Austausch mit der heutigen Bevölkerung in der alten Heimat sei wichtig und ein Beitrag zur Völkerverständigung. Worte der Besinnung sprach Burkhard Wruck,die Totenehrung nahm Adalbert Raasch vor. Er erwähnte dabei ausdrücklich das Ableben vom Küster der Versöhnungskirche und langjährigem Mitglied des ehemaligen Pommerschen Zentralverbandes e. V., Herrn Fabig.
Anschließend musste die Sitzungsleitung bestimmt werden. Durch die Sitzung der Pommerschen Delegiertenversammlung führte als Versammlungsleiter in bewährter Manier Herr Otto Melchert vom Heimatkreis Rummelsburg. Neuwahlen des Bundesvorstandes stehen erst im nächsten Jahr an, so dass in diesem Jahr der Fokus auf den Aktivitäten der Landesverbände und Heimatkreise sowie der Kassensituation lag. Vorstandsmitglied Detlef Lindemann erläuterte die Kassensituation und hob hervor, dass man in der Lage sei, insbesondere das Pommersche Landesmuseum in Greifswald und die Versöhnungskirche im Pommernzentrum finanziell zu unterstützen.
Nach den Berichten aus den Landesverbänden und den Heimatkreisen, so u. a. durch Burkhard Wruck, Wolfgang Schnack, Heidemarie Stein, Heidemarie Schaller, Rolf-Peter Wachholz, Otto Melchert, und dem Kassenprüfungsbericht von Frau Heidemarie Stein wurde der Vorstand entlastet. Danach stellte Vorstandsmitglied Burkhard Wruck ein Impulspapier mit eigenen Überlegungen zu Satzungsfragen vor, das als Grundlage für weitere Diskussionen dienen soll. Adalbert Raasch dankte anschließend den Delegierten und dem Versammlungsleiter und wies auf die für Anfang September geplante Bundeskulturtagung der PLM hin.
Am frühen Nachmittag ging es dann mit dem Bus vom Hotel aus zur Versöhnungskirche im Pommernzentrum. Die Teilnehmer konnten vor Ort feststellen, dass von der ehemaligen Ostseeakademie und dem Gästehaus mit der Gaststätte Vineta nur noch ein Trümmerhaufen übrig geblieben war. Ein wahrhaft trauriger Anblick. Man erinnerte sich an die vielen Pommerntreffen, die hier stattgefunden hatten. Der Investor, der die Gebäude nach der Insolvenz des Pommerschen Zentralverbandes e. V. übernommen hatte, plant, hier neuen Wohnraum zu schaffen. Die Versöhnungskirche, die von einer Stiftung betrieben wird, bleibt aber uns Pommern erhalten. Ebenso, das Ernst-Moritz-Arndt-Haus, in dem viele Heimatkreise noch Bausteine haben. Frau Brigitte Braasch, Geschäftsführerin und Mitglied des Stiftungsrates ging auf die Geschichte der Kirche ein und erläuterte deren Besonderheiten wie das „Barbarafenster“, das gestiftete Gemälde der Kirchruine von Hoff, die Orgel, die Ausrichtung und Lage der Kirche sowie die Tafeln mit erwerbbaren namentlichen Gedenkplaketten. Frau Pastorin i. R. Monika Prien sprach in einer Andacht einfühlsame Worte. Die Gelegenheit zum Besuch der unmittelbar angrenzenden und zur Kirche gehörenden Gedenkallee mit den Steinen der Heimatkreise wurde ebenfalls genutzt.
Anschließend gab es zwei interessante Vorträge im Tagungshotel Maritim. Frau Dr. Ruth Slenczka, Direktorin des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald, stellte ihr Haus vor. Sie betonte besonders die aktuellen Ausstellungen zu Caspar David Friedrich und die Darstellung der Bedeutung des Ostseeraumes und den Einfluss der Schweden auf Pommern. Sie ging weiterhin auf die Übergabe eines wertvollen Kelches ehemals aus der Marienkirche von Naugard sowie originale Unterlagen des Autors des Pommernliedes Adolf Pompe ein, die von seinen Nachkommen dem Museum übergeben wurden. Im Anschluss lud Dr. Daniel Hadwiger vom Dokumentationszentrum „Flucht, Vertreibung und Versöhnung“ aus Berlin zu einem virtuellen Rundgang durch das Haus ein. Er ging dabei auf einzelne Exponate von Pommern ein, die bei Flucht und Vertreibung gerettet und zum Teil noch beim Neuaufbau genutzt worden waren. Zudem wies er auf aktuelle Befragungen von Zeitzeugen hin und forderte die Anwesenden zu einem Besuch des Dokumentationszentrums auf. Es würde sich auf jeden Fall lohnen.
Bundesvorstandsmitglied Rolf-Peter Wachholz dankte abschließend den Referenten für ihre interessanten Ausführungen. Vorstandsmitglied Detlef Lindemann überreichte beiden als Dank kleine Präsente.
Nach dem Abendessen spielte der Passat Chor Travemünde maritime Weisen. Bei vielen anregenden Gesprächen klang dann ein ereignisreicher Tag aus. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten ihr Kommen nicht bereut.
Rolf-Peter Wachholz, Mitglied im Bundesvorstand der PLM